Hauptmenü
Sachgebiete > Holzbau / Holzschutz
...
Holzbau und Holzschutz
....
Holzbau und Holzschutz sind eng miteinander verbunden. Der Holzschutz beginnt mit konstruktiven Maßnahmen im Holzbau und soll mit geringst möglichem chemischem Aufwand betrieben werden.
Seit dem 1. Juli 2009 gilt in Deutschland für die Bemessung von Tragwerken nur noch die Bemessung nach Grenzzuständen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit in Verbindung mit Teilsicherheitsbeiwerten. Hier ist die DIN 1052 [12/2008] maßgebend. Dabei wurden einzelne Bemessungsregeln aus der Ausgabe 2004 geändert. Die Koexistenzphase der Vorgängernorm Ausgabe 1988 und der jetzt gültigen Norm ist damit beendet.
Für den Holzschutz maßgeblich ist die Normenreihe der DIN 68800
DIN 68800 Teil 1 Holzschutz im Hochbau - Allgemeines
DIN 68800 Teil 2 Holzschutz im Hochbau - Vorbeugende bauliche Maßnahmen
DIN 68800 Teil 3 Holzschutz im Hochbau - Vorbeugender chemischer Holzschutz
DIN 68800 Teil 4 Holzschutz im Hochbau - Bekämpfungsmaßnahmen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten
DIN 68800 Teil 5 Holzschutz im Hochbau - Vorbeugender chemischer Schutz von Holzwerkstoffen
Die Gefährdungsklassen sind wie folgt definiert:
Im Oktober 2011 ist die überarbeitete Norm in Kraft getreten. Die aktuelle Ausgabe der DIN 68800 berücksichtigt die europäische Normung im Bereich des chemischen Holzschutzes und berücksichtigt den dort fehlenden baulichen Holzschutz. Nach Durchsicht der Normen werden die Neuerungen demnächst eingepflegt.
Im Rahmen der europäischen Harmonisierung der Normen wurden die Gefährdungsklassen von Holz gemäß DIN EN 335 Teil 2 in Gebrauchsklassen umbenannt. Unter einer gegebenen Anwendungsbedingung wird dabei unter Beachtung der geographischen Situation die Gefährdung definiert und einer spezifischen Gebrauchsklasse zugeordnet. Der Anwender kann dann Art und Dauer der geforderten Leistung berücksichtigen sowie einen angemessenen Grad der Dauerhaftigkeit auswählen um sicherzustellen, dass die angegebene Holzart oder das Holzprodukt diese Dauerhaftigkeit besitzt. Dabei spielt die natürliche Dauerhaftigkeit eine Rolle oder die Schutzbehandlung, der das Holz unterzogen wurde.
Die Gebrauchsklassen sind ebenfalls von 1 bis 5 definiert, haben aber als maßgebliches Kriterium die Beschreibung der Exposition gegenüber der Befeuchtung während des Gebrauchs. Die maßgebliche Feuchtebedingung ist dabei, ob das Holz innen oder außen verbaut ist und der Feuchtegehalt den Wert von 20 % übersteigt. (Tabelle gilt für Vollholz)
......Gebrauchs-........Allgemeine Gebrauchs-...................Beschreibung der Exposition
........klasse.................bedingungen.........................gegenüber Befeuchtung im Gebrauch
.......1.................innen, abgedeckt.......................................trocken, max. 20 %
.......2.................innen oder abgedeckt................................gelegentlich > 20 %
.......3.1..............außen, ohne Erdkontakt,geschützt...............gelegentlich > 20 %
.......3.2..............außen, ohne Erdkontakt, ungeschützt...................häufig > 20 %
.......4.1..............außen, in Kontakt mit Erde...................vorwiegend oder ständig > 20 %
..........................und/oder Süßwasser
.......4.2..............außen, in Kontakt mit Erde...............................ständig > 20 %
.........................(hohe Beanspruchung)
..........................und/oder Süßwasser
.......5.................im Meerwasser................................................ständig > 20 %
Die natürliche Widerstandsfähigkeit und Tränkbarkeit von Holz gegen holzzerstörende Pilze bzw. gegen holzzerstörende Insekten ist in der DIN EN 350 Teil 2 in einer umfangreichen Tabelle mit verschiedenen Holzarten beschrieben. Für die Klassifikation der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze wird ein 5-Klassen-System benutzt. Dabei ist die Klasse 1 sehr dauerhaft, die Klasse 5 nicht dauerhaft. Zu beachten ist allerdings, dass sich die angegebene Dauerhaftigkeit nur auf das Kernholz bezieht. Die Klassifikation gibt einen Hinweis auf die Haltbarkeit von Holz in Verbindung mit Erdkontakt, wie sie in der Gefährdungsklasse 4 beschrieben ist.
Die Tränkbarkeit wird in den Klassen 1 (gut tränkbar) bis 4 (sehr schwer tränkbar) definiert.
Weitere interessante Informationen können der Internetseite holz-schuetzen entnommen werden.
Schnittholz
Als Schnittholz werden Holzerzeugnisse wie Bretter, Balken oder Latten, die von Sägewerken hergestellt werden, bezeichnet. Es wird durch Sägen von Rundholz hergestellt und kann somit scharfkantig sein oder Baumkanten aufweisen. Um als Bauholz eingesetzt zu werden, muss das Schnittholz jedoch zunächst bis auf eine maximale Holzfeuchte von 20% getrocknet werden. Anschließend wird das Holz nach folgenden Kriterien sortiert:
Bauschnittholz ist sägerau, Brettschichtholz ist gehobelt einzubauen. Schwindrisse sind zulässig, wenn die Standsicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Tragende Konstruktionen sind aus Holz der Sortierklasse S 10 nach DIN 4074-1 und nach Maßtoleranzklasse 1 nach DIN EN 336 einzubauen.
Bauschnittholz ist im Holzhausbau, Holzrahmenbau oder Holztafelbau mindestens
einzubauen.
Weitere Kriterien für Bauholz sind in der DIN 4074 festgelegt. Kantholz muss demnach eine Dicke von größer oder gleich 40 mm aufweisen, um eine bauaufsichtliche Zulassung für die Verwendung als Bau-Schnittholz für aussteifende oder tragende Zwecke zu erhalten.
Seit dem Ende des letzten Jahrhunderts entwickelte sich zunehmend der Ingenieurholzbau. Bei solchen Bauten / Bauteilen kommt oftmals Brettschichtholz zum Einsatz.
Brettschichtholz
Brettschichtholz (oder kurz BSH / BS-Holz) ist ein aus mindestens drei Brettlagen verleimtes, industriell gefertigtes Produkt. Die Brettlagen sind in gleicher Faserrichtung verleimt. Brettschichtholz wird überwiegend dort eingesetzt, wo eine hohe statische Beanspruchung erforderlich ist - etwa im Ingenieurholzbau.
Hergestellt wird Brettschichtholz überwiegend aus Massivhölzern, wobei es normalerweise der Fall ist, dass Brettschichtholz aus einer Holzart hergestellt wird. Verwendete Holzarten sind zum Beispiel Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie oder Tanne.
Holzschutz
Die Auswahl geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen nach einem Schädlingsbefall orientiert sich heute an dem Grundsatz: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich." Im Gegensatz zu früheren Jahren ist die Sensibilität im Umgang mit Giften und Gefahrstoffen viel mehr verbreitet. Im Vordergrund - gerade bei Neubauten - steht heute der konstruktive Holzschutz, d.h. wie kann ich bereits in der Planungsphase durch konstruktive Maßnahmen den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln vermeiden.
Die Verwendung dauerhafter Holzarten kombiniert mit konstruktivem Holzschutz erspart in der Regel chemische Holzschutzmittel und entlastet die Umwelt.